Lesenswertes

Angst und Loslassen

Angst kann sich hinter vielem verbergen, was Du tust und fühlst. Doch wie empfindest du für dich das Gefühl von Angst? Sie kann Dich im Inneren lähmen und vielleicht kennst Du manchmal noch nicht einmal ihren Ursprung. Du kannst sie schon sehr früh von anderen übernommen haben. Angst kann übertragen werden und dann kannst Du ihren Ursprung nicht wirklich erkennen. Deshalb ist es hilfreich einen bewussten Umgang mit der Angst zu entwickeln. Im Gegensatz zu gesunder Vorsicht kann Dir Angst bei nichts helfen. Verwechsele Vorsicht nicht mit Angst. Wenn Vorsicht auftritt, zeigt sie Dir nur, dass Du Dich einer bisher unbewältigten inneren Situation näherst oder Dich in einer solchen befindest. Angst lähmt und Vorsicht dagegen kann hilfreich sein, um einen Schritt zurückzutreten. Ich würde es auch nicht wirklich Vorsicht nennen, sondern eher Überblick. In diesem Falle hast du immer die volle Kontrolle. Im Falle von Angst hat sie die Kontrolle über dich. Dein System ist in erhöhter Alarmbereitschaft und signalisiert Gefahr. Angst sagt Dir nicht, dass Du die Situation nicht doch bewältigen kannst, sondern nur, dass Du dies bisher nicht tun konntest. Du solltest Dich also, wenn es irgendwie geht nicht von Deiner Angst in die Flucht schlagen lassen. Sie kann Dir nicht wirklich etwas tun. Das beste Mittel, um nicht von Deiner Angst beherrscht zu werden ist die Übung der Gegenwärtigkeit, denn die Wurzel Deiner Angst liegt in der Vergangenheit. Erlaube Deiner Angst als ein Ausdruck der Vergangenheit bei Dir zu sein, aber wende Deine gesamte Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt – in den Überblick der aktuellen Situation. Versuche Deinen Körper wahrzunehmen und Deine Muskulatur zu entspannen. Das stärkt Dich und macht Dich reaktionsfähig. Gib keinen Spekulationen Raum und nehme nur wahr, was ist. Dass ist das Verhalten, zu dem Deine Angst Dich eigentlich bewegen will, ein Zustand der erhöhten Aufmerksamkeit und Gegenwärtigkeit in dir selbst. Was geschieht gerade in mir? Wie fühle ich mich gerade? Wenn Du allerdings Angst nutzt, um Dich Situationen zu entziehen, dann kannst Du auch damit rechnen, dass sie Dich beherrschen wird. Je mehr Du versuchst ihr zu entkommen, desto mehr wird sie Dich wieder einholen und Dir zeigen, dass sie immer noch da ist und die Macht über Dich hat. Hast du schonmal über das Loslassen nachgedacht? Es gehört zu einem Grundsatzprinzip des Lebens und geschieht jeden Tag, sowohl beim Menschen als auch in der Natur. Der Körper lässt z.B. Giftstoffe los, die Haut stößt unbrauchbare Hautschuppen ab, Zellen sterben usw. Selbst das Atmen ist mit der Ausatmung ein Loslassen der verbrauchten Luft. Wir erleben also das Loslassen täglich. Doch selten ist jemandem wirklich bewusst, dass dies alles auch eine Form des Loslassens ist und automatisch geschieht. Das Loslassen stellt also eine Lebensnotwendigkeit dar. Wenn der Körper festhalten würde, würde er sich selbst vergiften und sterben. Aber nicht nur unser Körper praktiziert das Loslassen, auch das Leben hat das Prinzip des Loslassens eingebaut. Z.B. gehen wir irgendwann aus diesem Leben raus; lassen wir irgendwann die Fürsorge der Eltern los und sind eigenständig mit Beruf und Familie. Wir lassen Partner/ Verbindungen oder auch Jobs los, die nicht mehr passen – zumindest sollten wir das. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis sieht das häufig anders aus. Viele meinen an Arbeitsstellen festhalten zu müssen, da es keine andere Alternative gibt und sie das Geld benötigen. Andere halten an Partnerschaften fest, nur um nicht alleine zu sein. Beides macht auf Dauer unglücklich, unzufrieden.und verbraucht kostbare Energie. Die Situation ändert sich nicht, sondern wird immer unerträglicher. Dafür gibt es das „Loslassen“. Doch Loslassen ist allgemein gerne mit etwas Negativen bzw. Unangenehmen verbunden, mit einer Art von Verlust. Wenn z.B. ein geliebter Mensch stirbt, kann es einen erstmal in tiefe Traurigkeit bringen, weil derjenige plötzlich nicht mehr da ist und fehlt . Das liegt jedoch daran, dass mit dem Loslassen gleichzeitig ein Gefühl von Angst verknüpft sein kann. Du siehst, wie die Angst in vielen alltäglichen Situationen eine Rolle spielt. Einen Weg daraus bietet das Loslassen. Loslassen ist verbunden mit Mut und Vertrauen. Ohne Vertrauen ist Loslassen unmöglich. Vertrauen darauf, dass alles genau SO sein muss, wie es ist. Vertrauen darauf, dass Loslassen nicht gleich Verlust ist, sondern immer auch "Empfangen" bedeutet. Nehmen wir beispielsweise eine Hand mit Papierkugeln. Die Hand empfängt immer mehr Papierkugeln und der Raum wird immer geringer. Vielleicht bildet sich schon ein kleiner Hügel und es kommen immer noch mehr Papierkugeln dazu. Stell dir die Papierkugeln wie Lebensgeschenke vor, die du empfängst. Jedoch wenn die Hand keinen Raum mehr hat, fallen einige Papierkugeln runter. In der Angst versuchst du krampfhaft und mit allen Mitteln die ganzen Papierkugeln irgendwie festzuhalten. Es wird allerdings misslingen, da du nichts wirklich festhalten kannst. Im Gegenzug solltest du es loslassen, da nur etwas losgelassen werden soll, was eh ausgedient hat. Es geht nichts, was weiter noch Bestand haben soll. Es fällt also nur etwas runter, was unbrauchbar, alt oder kaputt ist. Und frage dich mal: benötigst du wirklich noch diese alte Energie? Stattdessen gibst du Raum frei für neue Energie mit neuen Lebensgeschenken, Ereignissen, Personen, die jetzt viel passender für dich sind. So entstehen neue Möglichkeiten für Wachstum und Weiterentwicklung und dies ist genau das Ziel unseres Lebens.

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